Wolfgang Herrndorf: Tschick

Rezension von Catherine Danieli
Kinder & Jugend, Jugendroman

Begleiten wir die beiden Jugendlichen Maik und Tschick auf eine Fahrt in die Walachei - in einem geklauten Lada. Ein abenteuerlicher Sommer für die Jungs und ein spannendes Lesevergnügen.

Rezension zum Buch

Inhalt

Unendlich lang und öde liegen die Sommerferien vor dem 14-jährigen Maik. Die Mutter in der Entzugsklinik, genannt Beautyfarm, der Vater mit der Sekretärin auf Geschäftsreise, und zu dem Highlight des Sommers, der Geburtstagsparty seiner Klassenkameradin Tatjana, ist er als erklärter Langweiler der Klasse nicht eingeladen. Da taucht plötzlich sein Klassenkamerad Andrej Tschichatschow, genannt Tschick, mit einem geklauten Lada bei ihm auf.

Maik will einmal nicht brav und langweilig sein und lässt sich überzeugen, mit Tschick eine Fahrt von Berlin in die Walachei zu unternehmen, um dessen Großvater zu besuchen. Mit dem "geliehenen" Auto machen sich die beiden auf den Weg, eine Menge unnützes Zeug im Kofferraum. Eine Landkarte ist leider nicht dabei, uns so zuckeln die beiden auf Landstraßen und Feldwegen irgendwie in Richtung Süden, wo sie ihr Ziel vermuten.

Ständig auf der Hut, um nicht als Jugendliche hinter dem Steuer erkannt zu werden, geraten Maik und Tschick in allerlei aberwitzige Situationen, begegnen allerlei exzentrischen Menschen, aber auch immer wieder solchen, die ihnen weiterhelfen. Gegen Ende der Reise stellt Maik fest:

Die Welt ist schlecht, und der Mensch ist auch schlecht. Trau keinem, geh nicht mit Fremden und so weiter. Das hatten mir meine Eltern erzählt, das hatten mir meine Lehrer erzählt, und das Fernsehen erzählte es auch. [...] Da klingelt man nachts um vier irgendwen aus dem Bett, weil man gar nichts von ihm will, und er ist superfreundlich und bietet auch noch seine Hilfe an. Auf sowas sollte man in der Schule vielleicht auch mal hinweisen, dass man davon nicht völlig überrascht wird.

Zum Buch

Was ist das für ein Buch? Irgendetwas zwischen Abenteuerroman, Roadmovie, Jugendbuch und Gegenwartsliteratur. Es ist spannend, witzig und auch immer ein bisschen nachdenklich. Durch die lockere Sprache kommen die beiden Jungs authentisch rüber. Nachdem der Autor darauf verzichtet, irgendwelche Ortsangaben zu machen, sobald die beiden Berlin verlassen haben, kann man auch gut nachvollziehen, wie die beiden durch die ostdeutsche Provinz irren. (Dort habe ich sie zumindest vermutet. Beim Lesen war ich durchaus versucht auszurufen "Du lieber Himmel, wo sind sie denn jetzt schon wieder!?")

Das Maik und Tschick nie in der Walachei ankommen, dürfte keine Überraschung sein, dafür werden die Erlebnisse der beiden immer skurriler. Gegen Ende wurde es mir etwas zu aberwitzig, amüsant zu lesen war es aber dennoch bis zum Schluss.

Fazit

Auch wenn in diesem Buch Jugendliche die Hauptpersonen sind, ist dieses Buch für Leser jeden Alters zu empfehlen.