Winfried Hermann: Und alles bleibt anders

Rezension von Catherine Danieli
Ratgeber & Reiseführer, Politik, Ökologisch Leben

Seit jeher scheint es ein Ziel des Menschen zu sein, schneller und bequemer von A nach B zu gelangen – ein Bestreben, das seit der Erfindung des Automobils gigantische Ausmaße angenommen hat. Dieses Buch erklärt, wie es dazu kam – und wie wir da wieder herauskommen könnten.

Rezension zum Buch

Inhalt

Dieses Buch erzählt die Geschichte der Mobilität, wobei die Aspekte des täglichen Lebens im Vordergrund stehen: Wie kommt man zur Arbeit, zum Einkaufen, in den Urlaub? Dabei nimmt sich Winfried Hermann in jedem Kapitel ein bestimmtes Thema vor, zum Beispiel das Auto oder die Bahn. Gewürzt mit den persönlichen Erfahrungen des Autors lernt man jeweils etwas über die Geschichte des vorgestellten Verkehrsmittels und erhält ein Ausblick auf die Zukunft: Was müsste sich ändern, damit das Auto klimafreundlicher, die Bahn zuverlässiger, der öffentliche Nahverkehr attraktiver wird? Dabei geht es bei weitem nicht nur um abstrakte Pläne, vieles kann jede*r schon heute für sich selbst umsetzen.

Bei einem Verkehrsminister aus Baden-Württemberg darf natürlich das Thema »Stuttgart 21« nicht fehlen. Hier fand ich es besonders spannend zu erfahren, wie man es als erklärter Gegner eines Projekts schafft, selbiges fortan kritisch zu begleiten.

Den Abschluss des Buches bildet eine Zukunftsvision, die große Hoffnung macht – auch wenn ich als Frau von der Idee mit den Schuhen noch nicht ganz überzeugt bin!

Zum Buch

Als erstem grünen Verkehrsminister in Baden-Württemberg liegt dem Autor die nachhaltige Mobilität natürlich besonders am Herzen. Dennoch bedient er sich hier nicht des erhobenen Zeigefingers, um die Leser*innen dazu zu bewegen, sich doch nun gefälligst klimaschonender zu verhalten. Vielmehr zeigt er verschiedene Möglichkeiten auf, wie sich die Mobilität in den kommenden Jahren verändern könnte – und muss – wenn wir die Klimaziele einhalten wollen.

Dabei verschweigt der Autor auch nicht, dass sich jede*r auf Veränderungen einstellen muss, aber das bedeutet ja nicht zwangsläufig eine Verschlechterung der Lebensqualität, ganz im Gegenteil. Mir hat jedenfalls das Zukunftsszenario ausnehmend gut gefallen, das Winfried Hermann im letzten Kapitel seines Buches vorstellt und welches das Leben nach einer erfolgreichen Verkehrswende beschreibt.

Sehr schön fand ich auch die privaten Einblicke, die der Politiker immer wieder in sein Leben und sein Wirken gibt. Das ist nicht nur charmant und macht das Buch angenehm zu lesen, sondern zeigt auch sehr schön, wie sich die Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten gewandelt hat.

Fazit

Wer schon immer wissen wollte, was einen grünen Verkehrsminister antreibt und gleichzeitig allerlei über Geschichte und Zukunft der Mobilität erfahren möchte, sollte dieses Buch unbedingt lesen!