Suzanne Collins: Die Tribute von Panem X. Das Lied von Vogel und Schlange

Rezension von Catherine Danieli
Science Fiction & Fantasy, Dystopie, Fantasy, Jugendroman

Rund 60 Jahre vor den Ereignissen, die in der Trilogie »Die Tribute von Panem« beschrieben werden, stecken die Hungerspiele noch in den Kinderschuhen, was sie nicht weniger grausam macht. Ungeachtet dessen setzt ein ehrgeiziger Schüler namens Coriolanus Snow alles dran, um mit Hilfe des menschenverachtenden Schauspiels zu Ruhm und Ehre zu gelangen.

Rezension zum Buch

Inhalt

Das Buch beginnt mit dem jungen Coriolanus, der mit gerade mal achtzehn Jahren das Abschlussjahr der Akademie bestreitet und von einem Studium an der Universität träumt. Doch der Krieg hat die Familie Snow stark gebeutelt, seine Eltern sind tot und die einstmals reiche Familie hat kaum noch finanzielle Mittel zu Verfügung. Nur dank dem Besitz ihres Penthouses können Coriolanus, seine Großmutter und seine Cousine den Schein noch einigermaßen aufrechterhalten.

Coriolanus hofft auf ein Stipendium, den Weg dazu soll seine Aufgabe als Mentor eines Tributs bei den Hungerspielen ebnen. Die Hungerspiele, bei denen 24 Kinder aus den Distrikten, die sogenannten Tribute, um ihr Leben kämpfen müssen, eine perverse Veranstaltung, die den Distrikten von dem siegreichen Kapitol nach dem Krieg auferlegt wurde. Doch Snow bekommt den schwächsten Tribut zugeordnet: das Mädchen aus dem verarmten Distrikt 12.

Dennoch setzt er alles daran, mit seinem Tribut möglichst gut dazustehen. Ganz aussichtslos scheint das dann doch nicht zu sein, denn Lucy Gray erweist sich als kämpferisches Mädchen, die zudem die Zuschauer durch ihren Gesang beeindruckt. Auch Coriolanus kann sich der Faszination, die von ihr ausgeht, nicht entziehen, und so hat er bald mehr als einen Grund, alles für den Sieg seines Tributs zu tun. Alles? Wie weit wird er gehen, um Lucy zu retten und seine Familie vor dem endgültigen finanziellen Ruin zu bewahren?

Zum Buch

Auch wenn ich mir das nicht recht vorstellen konnte, ich mochte den jungen Coriolanus Snow, der mit einer manchmal geradezu rührenden Mischung aus Trotz und Ehrgeiz versucht, den alten Glanz der Familie Snow wieder auferstehen zu lassen. So hoffte ich eine Zeitlang – wider besseren Wissens – dass es für Coriolanus und Lucy doch noch irgendwie gut ausgehen möge, was, neben allerlei unerwarteten Wendungen in der Geschichte, die Spannung immer aufrecht erhielt.

Doch ganz allmählich, unterschwellig zunächst, schafft es die Autorin, auch Charakterzüge von Snow zu offenbaren, die schon die Anlagen für den später gefürchteten Präsidenten Panems beinhalten. Besonders zeigt sich das in dem Umgang mit seinem »besten Freund« Sejanus, den er insgeheim verachtet, sich jedoch nicht scheut, diesen immer wieder für seine Zwecke auszunutzen. So musste ich mich am Ende des Romans, das erneut mit einer letzten, unerwarteten Wendung punkten konnte, schon fragen, wie ich zu Beginn des Buches noch Sympathien für den jungen Coriolanus entwickeln konnte. /p>

Fazit

Eine mehr als gelungene Ergänzung der Trilogie von Panem, die ich allen Fans aber auch allen Neueinsteigen unbedingt empfehlen kann.