Sebastian Fitzek: Der erste letzte Tag

Rezension von Catherine Danieli
Romane & Erzählungen, Gegenwartsliteratur

Es gibt so Tage, an denen denkt man: »Es kann gar nicht noch schlimmer kommen«, und so geht es Livius Reimer auch, als sein Flug von München nach Berlin gestrichen wird und er sich mit einer Zufallsbekanntschaft, einer »Tofu-Terroristin«, wie er sofort unschwer erkennt, einen Mietwagen teilen muss – doch er sollte sich irren …

Rezension zum Buch

Inhalt

Livius Reimer ist auf dem Weg von München nach Berlin, um seine Ehe zu retten und einen Verlagsvertrag für sein erstes Buch zu ergattern, als der Flug gestrichen wird. Aus der Not heraus stimmt er zu, sich mit der schrägen Lea einen Mietwagen zu teilen. Wie befürchtet, hat seine Reisebegleitung alles andere als eine ruhige und friedliche Fahrt im Sinn, sondern scheint es vor allem darauf anzulegen, Livius zu provozieren.

Erst als er durch Zufall erfährt, dass Leas Vater im Sterben liegt, schafft Livius es, einige seiner Vorurteile über Bord zu werfen und in Lea mehr als eine verwöhnte, junge Frau mit spleenigen Ansichten zu sehen. Schließlich lässt er sich sogar auf ein Experiment ein: Die beiden wollen auf ihrer Fahrt so tun, als sei dies der letzte Tag ihres Lebens und alles nachholen, was sie bisher im Leben verpasst haben. Überflüssig zu erwähnen, dass es Lea dabei nicht darum geht, ein letztes Mal ihr Lieblingsessen zu sich zu nehmen, und so schlittern die beiden bald von einer Katastrophe in die nächste … bis ihre Reise schließlich ein unerwartetes Ende nimmt.

Zum Buch

Ich hatte zunächst ziemlich Schwierigkeiten, mich in die Geschichte hineinzufinden und mit den Hauptpersonen warm zu werden. Das lag vor allem daran, dass die beiden Protagonisten nicht nur von einer bizarren Situation in die nächste geraten, sondern diese von Livius jeweils auch noch allerlei sarkastischen Anmerkungen und absonderlichen Erinnerungen kommentiert werden. Für mich war das einfach ein wenig zu viel des Guten, es ist allerdings nicht auszuschließen, das andere Leser*innen sich köstlich darüber amüsieren.

Punkten konnte für mich vor allem das letzte Drittel des Buches, hier erfährt man immer mehr über die Hintergründe der beiden Personen, und besonders der unerwartete Schluss hat mich dann sehr berührt.

Fazit

Ein ungewöhnliches Buch, stellenweise lustig, stellenweise todtraurig. Wer sich mit der Leseprobe anfreunden kann, wird das Buch sicher sehr genießen.