Romy Hausmann: Perfect Day

Rezension von Catherine Danieli
Krimis & Thriller, Thriller

Seit Jahren jagt die Polizei den Schleifenmörder, einen Mann, der immer wieder kleine Mädchen umbringt und den Weg zu ihren Leichen mit roten Schleifenbändern markiert. Jetzt glaubt sie, ihn gefunden zu haben: Ausgerechnet der Philosophieprofessor Walter Lesniak soll der Täter sein. Unmöglich, glaubt dessen Tochter Ann und beginnt, eigene Nachforschungen anzustellen.

Rezension zum Buch

Inhalt

Von einem Tag auf den anderen gerät die Welt von Ann völlig aus den Fugen: Ihr Vater soll ein Serienmörder sein, der bereits zehn kleine Mädchen umgebracht hat. Doch Ann kennt den Mann, der sie nach dem Tod seiner Frau allein aufgezogen hat, besser. Sie ist von seiner Unschuld überzeugt, zumal die Polizei nur ein paar dürftige Indizien hat.

Zunächst völlig verzweifelt, da sich auch ihre Freundin und Mitbewohnerin Zoe von ihr abwendet, versucht Ann, irgendwie weiterzumachen. Anstatt in die Uni zu gehen, jobbt sie in einem Schnellrestaurant, um ihren Leben zumindest wieder ein bisschen Struktur zu geben. Jedenfalls so lange, bis endlich die Unschuld ihres Vaters bewiesen ist.

Doch danach sieht es nicht aus, die Polizei sucht gar nicht mehr nach einem anderen Schuldigen und ihr Vater ist so gebrochen, dass er gar nicht mehr spricht! Ann beschließt, selbst Nachforschungen anzustellen. Unerwartete Unterstützung erhält sie von dabei sowohl von ihrer Jugendfreundin Eva als auch von einem jungen Journalisten, der eigentlich hinter eine Exklusivstory mit der Tochter des Mörders her ist. Als Eva jedoch schwer verletzt wird und ein weiteres kleines Mädchen verschwindet, wird Ann klar, dass dies ein Wettlauf gegen die Zeit ist: Der Mörder ist noch irgendwo da draußen, und wenn sie ihm nicht das Handwerk legt, wird es niemand tun …

Zum Buch

Der Autorin ist hier ein spannender Thriller gelungen, in dem gekonnt immer wieder falsche Fährten gelegt werden, so dass man bis zum Ende miträtseln kann, wer denn nun der Mörder ist. Das hierbei auch immer wieder zufällige Begegnungen weiterhalfen, zum Beispiel mit der Mutter eines der Opfer, fand ich nicht weiter dramatisch, da die Geschichte dennoch in sich stimmig ist und zu einer logischen Auflösung führte.

Trotzdem hat mich das Ende ein wenig ratlos zurückgelassen. Nach dem wirklich aufregenden Showdown wird auch noch im Schnelldurchlauf der weitere Lebensweg der Hauptfiguren geschildert, bis ganz am Schluss die Motivation des Täters enthüllt wird. Zwar hat mir auch die Idee an sich gut gefallen, doch da sie nicht im Rahmen der Täterjagd Schritt für Schritt enthüllt wurde, kam sie mir ein wenig aufgesetzt vor, als sei unbedingt noch ein wichtiges Thema unterzubringen gewesen. Das fand ich eigentlich ein wenig schade und dem durchaus wichtigen Anliegen der Autorin, auf das sie auch im Nachwort noch einmal eingeht, eigentlich nicht angemessen.

Fazit

Ein lesenswerter, spannender Thriller, auch wenn die Auflösung nicht ganz nach meinem Geschmack war.