Rebecca Maly: Wo der Himmel die Prärie berührt

Rezension von Catherine Danieli
Romane & Erzählungen, Historischer Liebesroman

1871 treffen in Montana zwei junge Menschen aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch eines gemeinsam haben: Ihren Platz im Leben haben sie noch nicht gefunden.

Rezension zum Buch

Inhalt

Seit sie denken kann, zieht die aufgeweckte Mary bereits mit ihrem Vater, einem Barbier und Wunderheiler, in einem Planwagen durch die Prärie. Doch zunehmend rebelliert das junge Mädchen gegen das strenge Regiment des Vaters, denn nicht nur dessen Erziehungsmethoden setzen ihr zu, sondern auch die Tatsache, dass die Wässerchen, die sie gutgläubigen Siedlern verkaufen, größtenteils nur Scharlatanerie sind.

Zur gleichen Zeit kämpft der junge Halbblut-Indianer Timothy auf einem Walfänger-Schiff um das Leben seines Vaters, eines Harpuniers, der auf der Jagd schwer verletzt wurde. Doch es ist zu spät, sein Vater stirbt in seinen Armen – nicht ohne Timothy zuvor eindringlich zu raten, sich ein neues Leben an Land aufzubauen. Timothy gehorcht und verlässt das Schiff, als es das nächste Mal vor Anker geht. Bald muss Timothy jedoch feststellen, dass er allein in der Wildnis kaum überleben wird.

Auch Mary steht großen Herausforderungen gegenüber. Ihr Vater wird bei einem Messerangriff schwer verletzt, zudem muss sie befürchten, dass der Angreifer nicht ruhen wird, bis er den Vater getötet hat.

Als diese beiden mutigen jungen Menschen Jahre später in dem kleinen Ort Ulysses Rest aufeinandertreffen, ist es Liebe auf den ersten Blick. Doch eine Beziehung zu einem Halbblut ist für ein weißes Mädchen unmöglich, außerdem hat Timothy noch einen gefährlichen Auftrag zu erledigen. Werden sich die beiden trotz aller Widerstände wiedersehen?

Zum Buch

Ich fand es sehr schön, sowohl Mary als auch Timothy bereits einige Zeit vor dem Aufeinandertreffen der beiden kennenzulernen. So sind mir die zwei nicht nur schnell ans Herz gewachsen, ihre Bereitschaft, auch gegen alle Widrigkeiten um ihre Liebe und ein besseres Leben zu kämpfen, waren so sehr gut nachzuvollziehen.

Ein großes Lob auch für die düstere Abschiedsszene, die Timothy durchleben muss, als er das Walfängerschiff verlässt. Ohne sich in grässlichen Details zu verlieren, macht die Autorin ihren Leser*innen unmissverständlich klar, warum der junge Mann lieber sein Glück allein in der Wildnis versucht.

Während man also abwechselnd miterleben darf, wie Mary und Timothy ihr Leben meistern, bleibt die Spannung immer erhalten, da man sich natürlich fragt, wann die beiden aufeinandertreffen … und ob das gutgehen kann.

Fazit

Eine sehr schöne romantische Geschichte, die zudem einen tollen Einblick in das Leben der Indianer und weißen Siedler um 1870 in Montana bietet.