Ralf Langroth: Die Akte Adenauer

Rezension von Catherine Danieli
Krimis & Thriller, historischer Krimi

Einen letzten Auftrag soll Philipp Gerber, der Amerikaner mit deutschen Wurzeln, noch erledigen. Dann kann er den Krieg, Nachkriegsdeutschland und seine Zeit beim amerikanischen Geheimdienst CIC endgültig hinter sich lassen – so sieht sein Plan zumindest aus …

Rezension zum Buch

Inhalt

Es ist die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, noch hat die junge Bundesrepublik ihre volle Souveränität nicht zurückerlangt. In wenigen Tagen soll die zweite Wahl zum Deutschen Bundestag stattfinden, Konrad Adenauer stellt sich zur Wiederwahl. Da ist es natürlich verdächtig, wenn ein Kriminalhauptkommissar des ebenfalls noch sehr jungen BKAs mit einem Porsche aus den Beständen der Sicherungsgruppe zum Schutz hochrangiger Politiker von der Straße abkommt. Schon bald stellt sich heraus: Es war Mord!

Philipp Gerber wird der Nachfolger des Toten und erhält den Auftrag, die Hintergründe der Tat aufzudecken. Doch dabei gibt es ein Problem: Wie sein Vorgänger ist auch Philipp amerikanischer Agent, und diese Tatsache sollte besser nicht an die Öffentlichkeit gelangen.

Gemeinsam mit der Journalistin Eva Harder macht Philipp sich daran, eine Verschwörung aufzudecken, an der unter anderem die rechtsextremistische Gruppe »Die Werwölfe« beteiligt ist. Doch schon bald muss er erkennen, dass auch sein Vorgesetzter, der amerikanische Colonel Anderson, sich in dieser Angelegenheit nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat. Als Philipp dann auch noch von Adenauer persönlich mit dem Schutz von dessen politischem Gegner betraut wird, sitzt er endgültig zwischen allen Stühlen – wird es ihm dennoch gelingen, den Mörder zu fassen?

Zum Buch

Von Beginn an schafft es der Autor, ein plastisches Bild der Nachkriegszeit in Deutschland mit all ihren Problemen zu zeichnen. Dennoch dauerte es ein wenig, bis ich mit der Hauptfigur Philipp warm wurde – vielleicht, weil er zu Beginn ebenfalls noch nicht weiß, wo er denn nun genau steht, wem seine Loyalität gehört und vor allem, wie er sich seine Zukunft vorstellt. Das legte sich aber im Laufe der Lektüre zunehmend, immer besser konnte ich seine innere Zerrissenheit nachvollziehen.

Sehr gut gefallen hat mir von Beginn an die Darstellung der Beziehungen der Kollegen untereinander, die so kurz nach dem Krieg durch Misstrauen und Vorurteile geprägt war.

Der Kriminalfall an sich nimmt während des Buches auch immer mehr an Fahrt auf, bei so mancher Stunteinlage des Protagonisten fühlte ich mich direkt in einen alten James-Bond-Film zurückversetzt, was aber wunderbar in die Zeit gepasst hat. Auch die Auflösung hat mir sehr gut gefallen – aber die wird an dieser Stelle natürlich noch nicht verraten.

Fazit

Ein spannender historischer Krimi, wir freuen uns schon auf den nächsten Teil.