Philippe Pozzo di Borgo: Ziemlich beste Freunde

Rezension von Catherine Danieli
Romane & Erzählungen, Biographie

Das Buch ist die Grundlage für den gleichnamigen Film und erzählt die Geschichte des querschnittsgelähmten Philippe Pozzo di Borgo und seines Pflegers, dem Exsträfling Abdel Sellou.

Rezension zum Buch

Inhalt

Der erste Teil des Buches handelt von der Kindheit des Autors. In eine reiche Familie hineingeborgen wird das Leben des jungen Philippe zwischen Internat, Segeltörns und dem Musiksalon seiner Großmutter in teils amüsanten, teils abenteuerlichen Episoden geschildert. Als Student lernt Philippe die schöne Beatrice kennen und der Leser erlebt mit den beiden die aufregende Zeit der ersten Liebe.

Ernsthafte Schwierigkeiten treten in Philippes Leben auf, als sich die beiden ein Kind wünschen. Beatrice erleidet fünf Fehlgeburten, bis das Paar die schreckliche Diagnose erhält: Beatrice ist an Krebs erkrankt. Sie beschließen dennoch ein Kind zu adoptieren. Philippe kompensiert sein schwieriges Privatleben durch sportliche Aktivitäten, besonders begeistert ist er vom Gleitschirmfliegen.

Als Philippe 42 Jahre alt ist, trifft die Familie der nächste Schicksalsschlag: er stürzt mit dem Gleitschirm ab und ist als Folge des Unfalls querschnittsgelähmt. Er stellt den Exsträfling Abdel Sellou als Pfleger ein.

Im folgenden Teil des Buches wird das Leben Philippes nach dem Unfall geschildert. Mit bedrückender Offenheit schildert der Autor sein Leben mit der Behinderung, seine Gedanken und Gefühle. Schließlich stirbt auch noch seine Frau an den Folgen ihrer Krankheit. Philippes Pfleger Abdel ist während dieser Zeit immer bei ihm und gibt Philippe immer wieder neuen Lebensmut.

Zum Buch

Der Titel des Buches ist etwas irreführend, da er in mir die Erwartung geweckt hat, dass es hier hauptsächlich um die Freundschaft des Autors mit seinem Pfleger geht. Tatsächlich ist Abdel zwar nach dem Unfall immer irgendwie da, aber erst in den letzten Kapiteln des Buches erfährt der Leser einiges über den ungewöhnlichen Pfleger. Bis dahin erlebt man hauptsächlich mit, wie Philippe versucht, sein Leben trotz seiner Behinderung, dem Tod seiner Frau und immer wieder auftretenden Depressionen zu meistern.

Dabei schildert der Autor auch seine Wahnvorstellungen, was das Lesen nicht unbedingt einfacher macht, da man häufig nicht weiß, ob das, was gerade geschildert wird, tatsächlich passiert oder nicht.

Dennoch schafft es das Buch, immer wieder Zuversicht zu vermitteln. Trotz der vielen Schicksalsschläge lässt sich Philippe letztendlich nicht unterkriegen und schöpft immer wieder neuen Lebensmut.

Fazit

Das ist kein Buch über die Freundschaft zweier ungleicher Männer, auch wenn diese Freundschaft durchaus einen Platz darin findet. Es ist ein Buch über die Bewältigung eines schwierigen Schicksals, teilweise beängstigend, aber auch immer wieder hoffnungsvoll.