Noah Richter: 2,5 Grad - Morgen stirbt die Welt

Rezension von Catherine Danieli
Krimis & Thriller, Thriller, Klimakatastrophe

Als wäre die Klimakatastrophe nicht schon schlimm genug, versucht in diesem Thriller auch noch ein Konglomerat aus skrupellosen Industriebossen seine Schäfchen rechtzeitig ins Trockene zu bringen, und geht dabei buchstäblich über Leichen.

Rezension zum Buch

Inhalt

Eben war das Leben von Leela noch in Ordnung: Nachdem sie feststellt, dass sie mit Zwillingen schwanger ist, schickt ihr der werdende Vater Jakob per Mail eine etwas unbeholfene Liebeserklärung. Doch nur wenige Stunden später stürzt die Forschungsstation mit dem Glaziologen Jakob nach einem Gletscherabbruch ins Meer, Leelas Verlobter ist tot.

Die verzweifelte junge Frau bleibt mit mehreren verschlüsselten Dokumenten zurück, die beweisen sollen, wie die großen Konzerne die Klimakatastrophe noch befeuern. Leela beschließt, dass sie es Jakob und ihren ungeborenen Kindern schuldig ist, diese Verschwörung aufzudecken.

Doch wem kann sie noch vertrauen? Denn während Leela erst noch versucht, Mitstreiter für ihre Mission zu finden, sind ihrer Gegner längst bestens organisiert. Und sie schrecken weder vor gezielten Desinformationskampagnen noch vor Mord zurück …

Zum Buch

Gleich zu Beginn des Buches muss man miterleben, welch schlimme Folgen die Klimakatastrophe schon in wenigen Jahren haben könnte: Es kommt zu Überschwemmungen und einem Anstieg des Meeresspiegels, so dass bereits darüber diskutiert wird, verschiedene Küstenstädte aufzugeben; eine wichtige Forschungsstation versinkt im Meer, während in Afrika der einst 250000 Quadratkilometer große Tschadsee fast ausgetrocknet ist. Zusätzlich erschafft der Autor in seinem Buch ein Szenario, in dem die katastrophale Lage von machtbesessenen Politikern, Sektenführern und skrupellosen Lobbyisten für ihre ganz eigenen Zwecke ausgenutzt wird. Dabei spinnt der Autor sehr realistisch bereits bestehende Umweltschäden und radikale Strömungen weiter, so dass einem wirklich angst und bange werden kann.

Trotzdem konnte mich der Thriller nicht Hundertprozent überzeugen, da es in dem Buch nicht nur um Leela und ihren Kampf für eine bessere Zukunft geht. Nebenbei wird auch noch um die etwas verkorkste Beziehung zu ihren Eltern thematisiert, ebenso wie die Erlebnisse ihrer kleinen Schwester und das Schicksal von zwei afrikanischen Flüchtlingen. Zwar zeigen diese Nebenschauplätze sehr eindrucksvoll, wie sich die Klimakatastrophe auf das Leben ganz unterschiedlicher Menschen auswirkt, doch indem immer wieder abgeschweift wird, geht leider die Spannung ein wenig verloren.

Auch konnte ich die Handlungen einiger Personen nicht immer nachvollziehen. Obwohl mir die Hauptperson Leela sehr sympathisch war und ich sie gerne bei ihrem Einsatz gegen scheinbar übermächtige Gegner begleitet habe, ging mir die Wandlung von der etwas unscheinbaren Schriftstellerin zur militanten Aktivistin doch etwas zu schnell. Ebenso kam der Seitenwechsel eines ihrer Gegner für mich zu plötzlich, weshalb die betreffende Person sich so lange an den finsteren Machenschaften beteiligt hat, nur um dann doch noch umzuschwenken, fand ich nicht nachvollziehbar.

Fazit

Auch wenn der Thriller-Anteil einige kleinere Schwächen aufweist, möchte ich das Buch dennoch weiterempfehlen, da die Auswirkungen der Klimakatastrophe sehr realistisch, nachvollziehbar und überaus erschreckend dargestellt werden und das Buch somit nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt.