Juliana Weinberg: Josephine Baker und der Tanz des Lebens

Rezension von Catherine Danieli
Romane & Erzählungen, historischer Roman

Als Kind wächst Josephine Baker in ärmlichen Verhältnissen auf, doch ein Engagement als Revuegirl in Paris ändert alles, sie wird zum gefeierten Star. Doch in Josephine steckt viel mehr als nur eine schillernde Diva.

Rezension zum Buch

Inhalt

Schon als Kind muss Josephine Baker erfahren, was es bedeutet, als »Mensch zweiter Klasse« angesehen zu werden, als weiße Randalierer das Heim ihrer Familie in Brand stecken. Als junge Frau versucht sie, in New York als Tänzerin Fuß zu fassen. Als sie die Chance auf ein Engagement in Paris erhält, greift sie sofort zu. In Frankreich wird Josephine rasch zum gefeierten und gut bezahlten Star. Sie genießt das Leben einer Diva in vollen Zügen, selbst der Skandal um ihre angebliche Heirat mit einem italienischen Adeligen, der sich als Hochstapler entpuppt, kann ihren Ruhm nicht schmälern.

Doch der Beginn des Zweiten Weltkriegs setzt den rauschenden Partynächten ein jähes Ende. Aber Josephine gibt sich nicht damit zufrieden, einfach nur vor den Nazis zu fliehen. Sie will alles tun, um Frankreich, das längst zu ihrer Heimat geworden ist, zu helfen. Wird sie es schaffen, auch wenn ihr mal wieder die Liebe in die Quere kommt?

Zum Buch

Der Autorin ist mit diesem Buch eine spannende Zeitreise gelungen, in der nicht nur die Karriere einer ungewöhnlichen Frau, sondern auch leider immer noch aktuelle Themen wie Rassismus und Vorurteile eine zentrale Rolle spielen.

Sehr schön fand ich, wie eindrücklich die Wandlung dargestellt wird, die Josephine durchmacht. Zwar ist sie von Beginn an entschlossen, für ihre Rechte als schwarze Frau einzustehen, doch in jungen Jahren spielen vor allem Reichtum, Erfolg und die Möglichkeit, das Leben zu genießen, eine große Rolle in Josephines Leben. Doch immer mehr wird deutlich, dass sie auch gewillt ist, Verantwortung zu übernehmen, und trotz ihres überschäumenden Temperaments bereit ist, ihre eigenen Bedürfnisse für eine gute Sache zurückzustellen.

Einziger Wermutstropfen: In der Mitte des Buches wurden einige Episoden aus Josephines Leben recht schnell abgehandelt, so dass sich das Buch bisweilen eher wie eine Dokumentation der Ereignisse las, und ich nicht so recht mit Josephine mitfiebern konnte, da man kaum etwas über ihre Gefühlslage erfuhr. Das ändert sich allerdings gegen Ende mit der Adoption ihrer Regenbogenfamilie wieder, dieser Teil des Buches hat mir wieder sehr gut gefallen.

Fazit

Ein spannender historischer Roman über eine Ikone ihrer Zeit – ein Buch, dass für meinen Geschmack ruhig ein bisschen länger hätte sein dürfen.