Carsten Sebastian Henn: Rum oder Ehre

Rezension von Catherine Danieli
Krimis & Thriller, kulinarischer Krimi

Wenn einem der beste noch Freund noch aus dem Grab heraus den Auftrag erteilt, endlich mal nach Jamaika zu reisen, um den verschollenen Bruder zu finden, dann hat man doch gar keine andere Wahl, als zu gehorchen. Doch Martin Störtebäcker findet weit mehr auf der Karibikinsel, als die Lösung eines alten Rätsels …

Rezension zum Buch

Inhalt

20 Jahre ist es nun schon her, dass Martins Bruder verschollen ist. Sein letztes Ziel: Jamaika. Sein Wunsch: alles über die Herstellung von Rum zu lernen. Als der 72-jährige Martin Störtebäcker, von seinen Freunden liebevoll »der Käpt’n« genannt, sich aufmacht, um endlich herauszufinden, was mit seinem Bruder passiert ist, muss er nicht nur auf Christians Spuren wandeln, sondern auch die Geschichte des Rums erkunden.

Ein Glück, dass er kurz nach seiner Ankunft auf der Karibikinsel auf die lebenslustige Taxifahrerin Babe trifft, die ihn tatkräftig unterstützt. Denn während der Käpt’n noch versucht herauszufinden, wo sein Bruder überall war, passiert ein grausiger Mord: Einem Rumbrennmeister wird in beide Augen geschossen. Das kann doch nichts mit der gerade erst begonnenen Suche nach Christian zu tun haben, oder? Doch schon bald merkt der Käpt’n, dass nicht nur er, sondern auch seine neuen Freunde auf Jamaika in Gefahr sind. Wird es ihm trotzdem gelingen, das Verschwinden seines Bruders aufzuklären?

Zum Buch

Ich hatte keinerlei Probleme, mich in die Geschichte hineinzufinden und mich mit dem ungewöhnlichen Protagonisten anzufreunden. Allein die »Kegelrunde« – bei der noch nie gekegelt wurde – mit Martin und seinen Flensburger Freunden war so plastisch geschildert, dass ich den Eindruck hatte, selbst auf einem der Baumstümpfe am Lagerfeuer zu sitzen.

Richtig spannend wird es natürlich, als der Käpt’n die karibische Insel Jamaika erreicht, und nach und nach herausfindet, wie Christians Leben und seine Pläne für die Zukunft aussahen. Dabei wird man selbst mit auf die Reise genommen, zu Rumdestillerien, Strandbars, Jerk Restaurants und an einsame Strände. Dass die Lösung des eigentlichen Kriminalfalls dann nicht total überraschend kam, fällt da kaum ins Gewicht und ist wirklich Jammern auf hohem Niveau.

Unbedingt erwähnen möchte ich noch die farblich gekennzeichneten Einschübe, die interessierte Leser*innen über die Geschichte des Rums informieren. Sehr gut gefallen haben mir auch die Rum-Rezepte, da wird sicher das ein oder andere ausprobiert.

Fazit

Ein amüsanter Krimi mit jeder Menge Rum und karibischer Atmosphäre, sehr zu empfehlen.