Andreas Izquierdo: Schatten der Welt

Rezension von Catherine Danieli
Romane & Erzählungen, Roman

Als der schüchterne Carl, Sohn eines Schneiders, 1910 ein Kleid seines Vaters ausliefern soll, ahnt er nicht, dass er damit Ereignisse in Gang setzt, die schon bald sein Leben und das seines gewitzten Freundes Artur bestimmen werden. Denn auf seinem Botengang trifft er erstmals auf das freche Mädchen Isi …

Rezension zum Buch

Inhalt

Carl und sein bester Freund Artur wachsen im ostpreußischen Thorn auf. Inmitten der starren Gesellschaftsordnung Preußens hoffen die beiden Jungen auf ein besseres Leben: Carl träumt davon, Fotograf zu werden, während Artur vor allem jede Menge Geld verdienen will. Tatsächlich erhalten die beiden unverhofft eine Chance, als nicht nur der Halley'sche Komet, sondern ähnlich brachial ein keckes Mädchen namens Luise Beese, genannt Isi, in ihr Leben platzt.

Trotz aller Widrigkeiten und Rückschläge, die zumeist von Luises Vater, einem Lehrer, oder dem fiesen Großgrundbesitzer Boysen ausgehen, schaffen es die drei jungen Leute, an ihren Träumen nicht nur festzuhalten, sondern sie mit viel Witz und Mut auch umzusetzen.

Doch der Erste Weltkrieg reißt das bis dahin unzertrennliche Trio auseinander. Während Carl und Artur zum Militärdienst gezwungen werden, kämpft Isi zu Hause für mehr Gerechtigkeit für die notleidende Bevölkerung. Werden die Freunde überleben und sich wiedersehen?

Zum Buch

Von Beginn an schafft es der Autor, die Verhältnisse in dem ostpreußischen Thorn so plastisch darzustellen, dass man fast glaubt, mein sei selbst dabei, wenn es dem draufgängerische Artur mal wieder gelingt, seinen schüchternen Freund Carl zu einem Streich zu überreden, und die beiden die Feierlichkeiten zum Geburtstag des Kaisers im Handumdrehen in ein heilloses Chaos verwandeln.

Aber es nicht nur etwas zu lachen, es wird auch mehr als deutlich, wie sehr die Bevölkerung unter der Obrigkeit zu leiden hat und dabei doch nur um ihr Überleben kämpft.

Getragen wird die Geschichte von der Freundschaft dreier sehr unterschiedlicher junger Menschen, die einem jedoch allesamt schnell ans Herz wachsen und die es den Leser*innen ermöglichen, die damalige Zeit aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln kennenzulernen. Da kann man dann auch damit leben, dass der Schluss des Romans doch einige Fragen offenlässt – zumal der Autor offenbar eine Fortsetzung seiner mitreißenden Geschichte plant.

Fazit

Eine wunderbare Mischung aus Abenteuergeschichte, Coming-Of-Age-Roman und Geschichtsstunde, die wir sehr gerne weiterempfehlen.